Filmmusik/OST

Von Uwe Pawelczynski & Herbert Roessler

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Schon zu Zeiten des Stummfilms spielte Musik eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von Spannung, Humor und Emotionen. Meist spielte jemand Klavier, in großen Kinosälen der USA sogar auf einer Orgel. Mit der Ankunft des Tonfilms versuchte man auch bald eine Spur mit Filmmusik zu integrieren. Schon in den 20er Jahren galt bei Warner Brothers der Slogan „music sells“. Im Allgemeinen gilt der Warner Brothers Film „Der Jazz Sänger“ von 1927 als erster Film mit einer durchgängigen Musikspur und in die Tonspur integrierten Songs. Ein Remake von 1980 mit Neil Diamond in der Hauptrolle war zwar kein großer Erfolg, aber holte einen Oscar mit dem Song Love on the Rocks. Während 1928 zwei weitere Musikfilme folgten, gab es 1929 schon mindestens 65 Musikfilme und Filmmusicals. Auch wenn sich die Anzahl dieser Art Filme in den 2000ern stark verringert hat, ist diese Art Film immer noch ein wichtiger Teil der Filmliteratur und teilweise auch sehr erfolgreich. Bestes Beispiel ist „A Star is Born“. Die erste Version stammt aus 1937 mit Janet Gaynor in der Hauptrolle. Sie hatte bereits 1929 als Erste einen Oscar als beste Hauptdarstellerin gewonnen. 1954 folgte ihr Judy Garland als Hauptdarstellerin, 1976 sang sich Barbra Streisand in die Herzen der Zuschauer und 2018 begeisterte Lady Gaga in der vierten Version des Films.

Neben der Nutzung von klassischen Themen und Opernarien als Szenenmusik (La Traviata in „Pretty Woman“ oder La Mamma Morta aus Andrea Chernier in „Philadelphia“)  fanden sich auch klassische Komponisten, die bereit waren, ganze Filmmusiken zu schreiben. Schostakowitsch trug zwischen 1929 und 1970 die Musik für mindestens 18 Filme bei, Erich Korngold verdiente nach seiner Emigration in die USA sein Geld mit der Komposition von Filmmusiken und später begann auch Philipp Glass mit „Koaayanisqatsi“ eine lange Karriere als Komponist von Filmmusik.

Natürlich wurden auch immer wieder Rock- und Popsongs in Filmen benutzt. Wer erinnert sich nicht an Unchained Melody (The Righteous Brothers) aus Ghost –  Nachricht von Sam und My Heart Will Go On (Celine Dion) aus „Titanic“. James Cameron wollte urspünglich keine gesungene Musik während des Abspanns, aber Komponist Jamer Horner präsentierte ihm die fertige Nummer und Cameron beschloss, sie zu behalten. Damit bereitete er den Weg für einen der erfolgreichsten Songs der Filmgeschichte. Rock- und Popstars machten sich aber auch immer wieder daran ganze Filmmusiken bereit zu stellen, sei es als Musikfilme wie „Tommy“ von The Who oder auch als Komponisten von Filmmusiken wie Neil Young („Journeys Through the Past“, „Dead Man“), Mark Knofler („Local Hero“) oder John Bon Jovi („Young Guns – Sie fürchteten weder Tod noch Teufel“). Eine besondere Stellung nehmen die zahlreichen Filme von und mit den Beatles ein, wie „Help“, „Yellow Submarine“, „A Hard Day’s Night“ und „Let It Be“, um nur einige Beispiele zu nennen.

Einen hohen Bekanntheitsgrad erreichten auch Komponisten, die sich auf das Schreiben von Filmmusiken spezialisiert haben, sei es Ennio, Morricone, Hans Zimmer, John Williams oder Danny Elfman usw.

Sehr beliebt sind sogenannte Jukebox Soundtracks, die sich einer Vielzahl von populären Musiknummern bedienen. Bestes Beispiel in Deutschland ist die „Eis am Stiel“ Reihe. In acht Filmen wurden fast 150 Songs verschiedenster Genres benutzt. Chubby Checker, Cliff Richard, Chuck Berry, Dinah Washington, Doris Day, Roy Orbison, The Shirelles und viele andere sind darin zu hören. International bringen „Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone“ (Mick Jagger, Luther Vandross, Marvin Gaye, Kool and the Gang, Bruce Springsteen u.v.a.), oder „La Bamba“ (Los Lobos, Bo Diddley) oder „The Lost Boys“ (INXS, Roger Daltrey, Eddie and the Tide u.a.) eine große Anzahl an Künstlern und Stilrichtungen zum Film.

Aber gleich welchen Ursprungs, es gibt immer wieder Themen in der Filmmusik, die von vielen Menschen erkannt werden und unweigerlich mit einem bestimmten Film in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören neben vielen anderen gewiss auch „Die Stunde des Siegers“ (Vangelis), „Krieg der Sterne“ (John Williams), „2001: Odyssee im Weltraum“ (Richard Strauss), „Jäger des verlorenen Schatzes (John Williams), oder „Der rosarote Panther“ (Henri Mancini), „Der weiße Hai“ (John Williams).

Filme spiegeln natürlich oft auch den aktuellen Musikgeschmack wider. Damit hielten auch Funk, Rap und Hip-Hop ihren Einzug. The Blackbyrds steuerten für den Film „Young Soul Rebels“ den Jazz-Funk Song Black Creek Park bei. Coolio’s steuerte 1995 Gangsta’s Paradise zu dem Film Dangerous Minds – Wilde Gedanken bei, 2002 schrieb Eminem den Soundtrack für seinen Film „8 Mile“, dessen Lose Yourself 2003 mit dem Oscar für Bester Song ausgezeichnet wurde. Ein Höhepunkt in jüngerer Zeit war „Straight Outta Compton“ in dem unter anderen Dr. Dre und Ice Cube die Geschichte von N.W.A. erzählen.

Beliebter und unterhaltsamer Teil der Oscarverleihung ist immer wieder der Wettbewerb um den besten Song. Der erste Oscar in dieser Kategorie wurde 1934 verliehen. Unter drei Nominierten gewann The Continental aus „Scheidung auf amerikanisch“. Bis 1945 durfte eine unbegrenzte Anzahl nominiert werden, so traten in dem Jahr 14 Titel an. Danach wurde für die Mitglieder der Akademie ein Punktesystem eingeführt, was die Nominierungen drastisch reduzierte. Erstmals gewann 1948 mit Buttons and Bows ein Song, der nicht aus einem Musikfilm stammt, sondern in der Westernkomödie „Sein Engel mit den zwei Pistolen“ gesungen wurde. Viele der Oscar prämierten Songs sind bis heute Hits geblieben und haben sich zu Standards in ihrem jeweiligen Genre entwickelt. Moon River, Up Where We Belong, I Just Called To Say I Love You, Take My Breath Away, Streets of Philadelphia, My Heart Will Go OnSkyfall. Viele hatten aber auch nur eine kurze Zeit der Popularität und andere verschwanden sofort wieder in der Versenkung, während manche Verlierer viel länger beliebt blieben. Der Riesenhit  I Will Always Love You aus „Bodyguard“ gesungen von Whitney Houston konnte erst garnicht nominiert werden, da seine Komponistin Dolly Parton ihn bereits zuvor eingespielt und veröffentlicht hatte. Whitney Houstons Aufnahme verkaufte sich über 12 Millionen Mal als Single und der Soundtrack brachte es auf über 44 Millionen verkaufte LPs.

Aufnahmen von Filmmusik halten also für jeden etwas bereit. Für Filmfans sowieso, aber auch für Liebhaber jeglicher Musikrichtungen, sei es Klassik, Rock-Pop, Country, Jazz, Hip-Hop, romantische Stimmungsmusik oder auch nur coole Songs. Bei DIE TONABNEHMER halten wir hunderte von LPs und CDs mit Filmmusik für Euch bereit.

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Even during the times of silent movies music played an important part in the creation of suspense, humour and emotions. Usually someone played right along on a piano, but some of the larger American movie houses boasted full-size organs. With the advent of the talkies, studios tried to integrate a continuous musical track. As early as the 20s Warner Brothers created the slogan „Music Sells“. It is generally agreed upon that the Warner Brothers movie „The Jazz Singer“ (1927) is the first film with a fully intergrated musical soundtrack including several songs. A 1980 remake of  „The Jazz Singer“ with Neil Diamond in the lead was not very successful, but it did garner an Oscar for the song Love on the Rocks. While two more music films were released in 1928, the number rose to 65 in 1929. Even if the number of music films and film musicals has dropped considerable in the 2000s, they are still an integral part of the movie business and often meet with considerable success. Prime example is „A Star is Born“. The original version hails back to 1937 starring Janet Gaynor, who had received the first-ever oscar for a female actor in a leading role in 1929. Judy Garland re-created the role in 1957 and in 1976 Barbra Streisand sang her way into the hearts of the viewers on a 3rd version. Most recently Lady Gaga enjoyed an enthusiastic response to her performance in the 2018 release of  „A Star is Born“.

Aside from classical themes and opera arias being used in films (La Traviata in „Pretty Woman“ or La mamma morta from Andrea Chernier in „Philadelphia“), classical composers were also interested in composing complete scores for movies. Shostakovich provided music for as many as 18 films between 1929 and 1970, Erich Korngold earned a living writing music for movies after emigrating and Philipp Glass embarked on a long career of creating movie soundtracks with „Koyaaniqatsi“.

Of course rock- and popsong have been frequently used in films. Who does not remember Unchained Melody (The Righteous Brothers) from „Ghost“, or My Heart Will Go On“ (Celine Dion) from „Titanic“. While James Cameron did not want a song to be sung during the credits, the composer James Horner had already written and recorded it with Celine Dion. In the end Cameron agreed to use it and thus paving the way for one of the huge successes in the history of movie songs. Rock- and popstars, however, also repeatedly undertook the task of creating full soudntracks, be it for film musicals like „Tommy“ by The Who or composing scores like Neil Young („Journey Through the Past“ and „Dead Man“), Mark Knofler („Local Hero“) or John Bon Jovi („Young Guns“), not to forget the numerous films by and with The Beatles like „Help“, „Yellow Submarine“, „A Hard Day’s Night“ and „Let it Be“ to name a few.

Some composers are almost exclusively known for their work on movie scores Ennio Morricone, Hans Zimmer, John Williams and Danny Elfman come to mind.

So-called jukebox soundtracks which integrate numerous songs by various artists enjoy a certain popularity as well. In Europe a series of Israeli films „Eis am Stiel“ serves as a prime example. 8 movies featured almost 150 songs by the likes of Chubby Checker, Cliff Richard, Chuck Barry, Dinah Washington, Doris Day, Roy Orbeson, The Shirelles and many more. Internationally „Ruthless People“ (Mick Jagger, Luther Vandross, Marvin Gaye, Kool and the Gang, Bruce Springsteen) or „La Bamba“ (Los Lobos, Bo Diddley) and „The Lost Boys“ (INXS, Roger Daltrey, Eddie and the Tide) feature a large varieties of styles and artists.

No matter their origin, there are numerous themes from movies that are widely recognized, even by people who might not be movie aficionados. „Chariots of Fire“ (Vangelis), „Star Wars“ (John Williams), „2001 Space Odyssey“ (Richard Strauss), „Pink Panther“ (Henri Mancini) and „Raiders of the Lost Ark“ (John Williams) all feature very regocnizable themes.

Movie scores oftentime reflect the musical taste of the period. Eventually funk, rap and hip-hop were integrated into the movies as well. The Blackbyrds provided the song jazz-funk number Black Creek Park for „Young Soul Rebels“, Coolios’s Gangsta’s Paradise was composed in 1995 for „Dangerous Minds“ and Eminem provided the music for his film „8 Mile“ in 2002, winning an oscar for Lose Yourself in the following year. A more recent highlight is „Straight Outta Compton“ in which Dr. Dre. and Ice Cube, among others, tell the story of N.W.A. and their music.

A very entertaining and enjoyable part of oscar night is the contest for the best original song. The first ever winner in this category was honored in 1934. The Continental from „The Gay Divorcee“ was chosen from three entries. Until 1945 there was no limit to the number of nominations, resulting in 14 nomination in that year. The Acadamy moced to a point system from then on, reducing the number of nominees considerably. The first winner not stemming from a movie musical was Button and Bows featured in „Paleface“ of 1947.

Many Oscar winners have remained standards in their respective genre, Moon River, Up Where We Belong, I Just Called to Say I Love You, Take My Breath Away, Streets of Philadelphia, Skyfall are a few prime examples. Others enjoyed a short period of popularity while some disappeared into oblivion almost immediately, while non-winners rose to success. The huge hit I Will Always Love You from „Bodyguard“ with Whitney Houston was not even eligible for being nominated, since its composer Dolly Parton had previously recorded and released the song.

It seems obvious that movie scores are able to provide music for almost everyone. They can recreate memories for movie lovers, set the mood for a romantic evening, but also appeal to those interested in a wide array of styles be it classical, country, rock-pop, jazz or just cool songs. At DIE TONABNEHMER we carry hundreds of LPs and CDs for all you movie and music lovers out there.

 

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